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Dies ist ein privates Weblog und keine offizielle Webseite der Piratenpartei.
Die Webseite der Piratenpartei Rhein-Sieg findest du unter
www.piratenpartei-rhein-sieg.de
Die Bundeswebseite der Piratenpartei ist hier zu erreichen.
Die Piratenpartei NRW Webseite hier

und mein Template ist kaputt – die Formatierung funktioniert wie sie lustig ist -.-

.. auf einer Podiumsdiskussion.
Ich bin zum 26.04.2012 zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden und zwar zu dem Thema Inklusion im Bildungsbereich.
Dort sollte ich als Pirat Stellung beziehen, Danke an dieser stelle an Klaus Hammer der mich gut in dieses Thema eingewiesen.

Als Teilnehmer waren anwesend:

Ruth Hartmann (FDP),
Veronika Herchenbach-Herweg (SPD),
Torsten Ennenbach (Piratenpartei),
Michael Otter (Die Linke),
und Michael Solf (CDU)

Außerdem 2 Leute von den Grünen deren Namen ich leider vergessen habe – ja ich schäme mich schon!
Ich wurde freundlich begrüßt und kam mit einer Person der Grünen, die sich als Studentin der Sonderpädagogik herausstellte, sehr schnell ins Gespräch.
Nach und nach trafen die anderen Teilnehmer ein. Am herzlichsten wurde ich von dem Herrn Michael Solf begrüßt, der auch in der ganzen Zeit doch auch sehr Piratenaffin war.
Kommen wir zu der “Diskussion”:
Es hat keine stattgefunden…
alle waren sich unnatürlich einig – die FDP erzähle von ihrer Lobby… tschuldigung .. Bertelsmannstifftung die eine Studie zu diesem Thema durchfühte.
Die SPD sagte zwar viel und doch garnix – bzw. ich habs nicht verstanden.
Die Grünen waren ebenfalls erstaunlich Still.
Herr Otter hat ein wenig gesprochen und war ansonsten fleissig mit den anderen anwesenden Gästen am Synchron-nicken wenn Herr Solf gesprochen hat.
Zugegen die CDU in Person von Herr Michael Solf hat scheinbar ein tolles Inkuslionspapier zustande gebracht – in zusammenarbeit mit den Grünen und den – Linken? Ja ich meine es waren die Linken.
Das Papier hätte übrigens am Tage der Auflösung des Landtages, am Nachmittag abgestimmt werden sollen.
Ich bekomme es demnächst auf Totholz per Post.
Hier findet ihr das CDU Papier
Alles in allem waren die anwesenden Gäste sehr Ruhig und freundlich.Das mit dem sehr Ruhig lag daran das die Moderatorin – eine freundliche und eifrige Person – doch sehr dominieren war. Fragen aus dem Publikum wurden erstmal von ihr beantwortet, sie mischte aktiv an der Diskussion – die keine war – mit. Brachte ihre Meinung ein und war am Reden.
Sie hatte, das merkte man, Herzblut in diese Sache gesteckt.Aus dem Publikum kamen dann Anmerkungen doch bitte die Gäste auch mal zu Wort kommen zu lassen. Ausserdem wurde gesagt man möge doch bitte einmal eine Frage beantworten die gestellt wurde. In meinen Augen wurden einfach zu wenig Fragen gestellt – es kam nie eine lebende Diskussion auf. Die Redezeit war zu hoch, die Redeliste wurde nicht eingehalten.
Irgendwann war mir das dann doch zu doof und ich nahm meinen Stuhn verlies das Podium und setze mich ganz #Piratig ins Publikum. Auf nachfrage warum ich das täte – sagte ich.
“Ich seid euch seltsamerweise alle einig, ich erkenne keinen Unterschied an den Positionen, und da ich von hier unten einfach besser danach Fragen kann und ich hier auch eigentlich hingehöre – sitze ich jetzt einfach hier<punkt> . Ausserdem wie mir scheint habe ich mich Falsch auf dieses Thema vorbereitet”.
Man muss dazu sagen das die Menschen die da saßen wirklich nicht nur Politiker waren, sondern Menschen die sich lange lange beruflich mit dem Thema befasst haben und dort auch schon viel gemacht haben und die entsprechende Kompetenz besitzen.
Es wäre infam zu denken das ich kleiner Pirat mich dagegen stellen könnte, dafür reichte mein Wissen bei weitem nicht aus.
Nachdem ich dann unten bei den Zuschauern/Zuhöreren saß:
Die gute Dame von der FDP sah auf einmal aus als hätte sei – sorry – Scheisse unter der Nase, die SPD Frau wurde ruhiger , und Herr Solf  fand das tatsächlich toll. Der ältere Herr von den Grünen wollte mir nicht in die Augen schauen – allgemeine Abneigung der älteren Grünen gegenüber den Piraten.
Im Publikum ist das denke ich auch gut angekommen, ich fühlte mich dort auch einfach wohler.
Die Teilnehmer fanden das glaube ich eher dreißt.
Frei nach dem Motto : Wir sind die mit den Fragen – ihr die mit den Antworten.

 

wirklich Diskutiert wurde dann im Anschluss an diese 2 Stunden “nicht-Diskussion”.

Ich konnte auch nochmal klar und deutlich sagen: Das bei dem was der Herr Solf da vorgestellt hat – schon arg Deckungsgleich mit den Piraten sei.

Er solle doch bitte mit sowas auf die Piraten im Landtag NRW . wenn wir denn reinkommen . zugehen. Wir wollen Themenbündnisse.
Sollte es der Fall sein das die SPD und die Grünen wieder eine Minderheitsregierung bilden – wäre es ohne weiteres möglich die Piraten ohne Kolation mit ins Boot zu holen.
Minderheitsregierung durch Tolerierung der Piraten. Wenn sie denn Themenbündnisse eingehen.
Seltsamerweise war und ist die CDU da derzeit am Flexibelsten.

Alles in allem passt dieser Tweet sehr gut zu diesem Abend:

KlarerVerstand@Twitter

Daher hier nochmal der Aufruf an die “Etablierten”: Fahrt euch nicht in Koaltionen fest – bildet Themenbündnisse das ist viel Zielführender als diese Koaltionsscheisse!

Ich trage den Grundgedanken zu diesem Artikel jetzt schon seit über einem Monat mit mir rum, und ich glaube das “Reifen” hat sich gelohnt. In den letzten 2 Wochen scheinen so viele Bereiche unserer Gesellschaft aus diesem Kontext in ein anderes Licht getaucht.

Allerheiligen machen wir immer unsere “Friedhofstour”. Wir besuchen die Gräber unserer nahen Verwandten, stellen Kerzen auf und lassen dies einen Moment  in Ruhe auf uns wirken.  Wir sind nicht besonders gläubig, aber dies ist ein schönes Ritual um auch mal wieder an die verstorbene Verwandtschaft zu denken.
Meine Frau, meine zwei Jungs und ich fahren erst nach Sonnenuntergang zu den Friedhöfen um eine besondere Stimmung mitzuerleben: Gerade auf großstädtischen Friedhöfen erstreckt sich ein Lichtermeer in der Dunkelheit, weil viele Leute viele Kerzen in Erinnerung an ihre Verstorbenen platziert und angezündet haben. Das Wort Lichtermeer passt hier besonders, es existieren wahre Wogen des Lichts. Einige Gräber leuchten vor Kerzen, während andere unbeleuchtet im Dunkeln verschwinden.
Die Kinder fahren gerne mit, sie wissen das es kleine Geschichten von “Opa Tick Tick” geben wird, der Große behauptet sogar, er erinnere sich noch an ihn. Aber hauptsächlich lockt sie das Spiel mit dem Feuer : Das Anzünden der Kerzen.
Dabei ist der kleine besonders aktiv. Neben den mitgebrachten Kerzen will er auch die erloschenen Kerzen auf anderen Gräbern anzünden. Desweiteren verteilt er mit den Worten “Der hat ja keine” Kerzen von hell erleuchteten Gräbern auf die im Dunklen verschwundenen.
Als ordnungsliebender Deutscher ist es natürlich mein erster Impuls diesen anarchistischen Eingriff in die Gräberbeleuchtung  zu unterbinden: “Lass dass bitte”. Wie von einem Fünfjährigen nicht anders zu erwarten folgt die übliche Frage: “Warum?”
Ich setze zu einer Antwort an und verharre. Was sage ich jetzt? Natürlich will ich den zugrundeliegenden sozialen Gerechtigkeitsimpuls meines Sohnes nicht ersticken. Aber ich will auch nicht das er demnächst anfängt fremde Dinge an andere zu verteilen.
“Weil die Kerzen von den Leuten für dieses Grab vorgesehen waren” versuche ich zu erklären.
Das befriedigt ihn nicht: “Aber da sind doch schon so viele”
“Ja, weil auch viele Leute hier am Grab zu besuch waren” entgegne ich.
Er deutet auf das dunkle Grab “Und den hier besucht keiner?”
Das Grab ist ungepflegt und verwildert. Hier hat sich schon lange keiner mehr gekümmert. Ich wiederstehe dem Impuls ihn mit der grausamen Wahrheit zu konfrontieren, daß sich scheinbar niemand mehr an den Toten erinnert, bzw. niemand die Zeit aufbringen kann (oder will) dieses Grab zu pflegen.
“Die haben scheinbar heute keine Zeit” erkläre ich.
Er überlegt kurz: “Es ist doch Feiertag, mag den keiner?”

Das ist wieder einer dieser Momente, an dem man merkt wie man seine eigenen Kinder unterschätzt. Was soll ich darauf sagen?
“Doch bestimmt, viellecht sind sie krank” entgegne ich schnell und lenke ab: “Hier, die Kerze ist ausgegangen, willst Du sie anzünden?”
Etwas später verlassen wir “unser” Grab und spazieren über den Friedhof. Immer wenn der Kontrast zwischen den Gräbern durch unterschiedliche Beleuchtung besonders groß ist, fragt der kleine “Haben wir noch eine Kerze?”. Den Impuls zur Umverteilung unterdrückt er.
Wir werden beim nächsten mal wohl eine Großpackung Kerzen mitbringen müssen.

Auf der Heimfahrt überlege ich wie andere Eltern reagiert hätten und wie Ihre politische Einstellung darauf Einfluß gehabt hätte:

Ein/e Linke/r:
Der Tote im erleuchteten Grab hat unter Zuhilfenahme kapitalistischer Mitttel die Gunst seiner Anhänger erkauft. Seine Kerzen stehen ihm nicht zu und sind zu verteilen  Das dunkle Grab hat von Kindheit an durch seine  unterpriveligierte Herkunft keine Möglichkeit gehabt eine Anhängerschaar aufzubauen, es hat Kerzen zu bekommen.

Ein/e libertäre FDPler/in :
Der Tote im hellen Grab hat sein Leben lang gearbeitet und die Kerzen sind der Lohn für seine Leistung.  Der im dunklen Grab hat nie etwas geleistet und ist selber an seiner Misere schuld. Keiner mag ihn.

Ein Pirat:
Im hellen Grab liegt ein bekannter Blogger, der im dunklen Grab hatte kein Internet. Was sind diese hellen brennenden Lichter?

Gerade beim Nachdenken über die libertäre Einstellung wird mir eines bewust: Ihr fehlt jede Art von Empathie. Empathie war der Hauptbeweggrund  meines Sohnes die Lichter zu verteilen. Er hat schon instinktiv erfasst das “vergessen werden” etwas unschönes ist, und das schon eine Kerze alles ändert.
Jetzt habe ich meinen Sohn nicht zu Empathie erzogen, sie scheint sich natürlich zu entwickeln. Dies drängt mir die Frage auf: Was muss geschehen, das Menschen diese Empathie unterdrücken oder ignorieren?
Mein Sohn würde jedem Obdachlosen sofort das Portmonnaie ausleeren, ich nicht.
Warum würde er einem Obdachlosen Geld geben und ich nicht? Warum ich nicht?
Weil ich mich ausgenutzt fühlen könnte, es könnte ja sein, das er das Geld gar nicht braucht und mit einem Benz nach Hause fährt. Also gebe ich ihm nichts, damit ich es einem wirklich Bedürftigen geben könnte. Beim Nächsten habe ich aber wieder meine Zweifel und so bekommt nie jemand was.
Warum durfte er die Kerzen nicht verteilen? Die Toten wird es kaum stören, die Aufsteller der Kerzen werden es wohl nicht mitbekommen. Warum also nicht außer “weil man es nicht macht”?
Ich bin sonst gegen stupide Gleichverteilung, mein Gerechtigkeitsinn  meldet sich bei diesem Thema eigentlich immer. In diesem Fall aber nicht, ich könnte aktiv die Kerzen verteilen  und hätte kein schlechtes Gewissen. Wieso? Was ist in diesem Fall anders?
Ich komme erst nach einigem Grübeln drauf: Ich neide den Toten nichts. Sie können mich nicht ausnutzen.
Dieser Aspekt des “ausgenutzt werdens” ist also ein starker Dämpfer für Empathie. “Meins könnte ausgenutzt werden” gewinnt bei noch so großer Unwahrscheinlichkeit gegen “er/sie/es braucht es”.

Vier Wochen später. Die Entscheidung, ein bedingungsloses Grundeinkommen weiter als Ersatz von Sozialleistungen zu untersuchen, hat in der Piratenpartei zu heftigen Diskussionen geführt. In Wortbeiträgen war sogar von Kommunismus die Rede. Beim Anhören der diversen Wortbeiträge muste ich an den Friedhof denken und mir kam eine versponnene Idee:

Ist die Verteilung der Kerzen auf den Gräbern nicht ähnlich zufällig wie die Verteilung von Geld? Natürlich ist die individuelle Leistung jedes Einzelnen ein Faktor für Erfolg. Aber ein nicht unbeachtlicher Teil ist auch Glück. Genau wie wir nicht alle Kerzen verteilen wollten, sondern nur dafür sorgen wollten, das jeder etwas hat, will das BGE nicht alles verteilen, sondern nur soviel das jeder grade ausreichend hat.
Vielleicht sollte jeder vor seiner BGE Entscheidung erst über die Verteilung von Kerzen auf Friedhöfen nachdenken.

Ich lese oft das viele mit dem “Piraten wollen das BGE” Beschluss nicht zufrieden sind und deshalb die Piraten verteufeln oder austreten manchmal ihnen sogar die Pest an den Hals wünschen.

In diesem Antrag steht:

“Wir Piraten setzen uns für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ein, das die Ziele des “Rechts auf sichere Existenz und gesellschaftlicher Teilhabe” aus unserem Parteiprogramm erfüllt..”

Bedeutet: Ja die Piraten hätten gerne BGE und setzen sich dafür ein – ABER: Learn more

Ich vermisse bei einigen Piraten im Moment die Tendenz zur Toleranz. Der potentielle Wahlerfolg scheint einige darin zu bestärken, das wir uns jetzt nicht mehr mit allen abgeben müssen. Wir sind uns schon gut genug.

Zum Teil wird es sogar noch extremer, ein bischen erinnert mich das an…..

 

Natürlich müssen wir darauf achten, nicht von extremistischen Seiten des politischen Spektrums unterwandert zu werden. Aber die Überlegung eine Art Offenbarungseid als Voraussetzung für die Parteimitgliedschaft einzuführen halte ich für SEHR übezogen. Wir sind Piraten, wir wollen so demokratisch wie möglich sein. Entdecken wir solche Leute nicht von selbst durch unbedachte Äußerungen an unseren Stammtischen? Ich halte die “Selbstreinigungsfähigkeiten” der Partei hier für ausreichend. Die aktuellen Ex-NPDler Fälle beweisen dies doch.

Dann ist da noch der Fall Tauss.

Ja, er ist verurteilt.

Ja, er nervt mit seinem polterndem Geltungsdrang.

Ja, er ist ein anstrengendes Thema im Straßenwahlkampf

Ja, es wäre bequemer ohne ihn

aber

Das Gericht hat ihm kein sexuelles Interesse attestiert. Das Gericht hat nicht festgestellt das das Handeln auf sexuellem Interess beruht.(1)  Er ist verurteilt weil er seine Kompetenzen überschritten hat. Seine Blödheit.

Ist das ein Grund ihm Hausverbot zu erteilen, bzw. nicht wieder in die Partei zu lassen? Welchen Grund für parteischädigendes Verhalten kann man wirklich nach sachlicher Betrachtung aufrecht erhalten? Außer das es in der Fußgängerzone bei 5% der Leute zu unangenehmen Fragen kommt, die man aber eigentlich in 2 Minuten beantworten kann, und ein paar reißerische Qualitätsartikel in der Presse auftauchen?
Die Fälle Tauss + Ex-NPDler sind knifflig, aber hier zitiere ich mal eines unserer Hauptargumente gegen die Vorratsdatenspeicherung: “Wehret den Anfängen”

Wenn uns jetzt schon ein von der Öffentlichkeit als “Schmuddelkind” markiertes Mitglied “zu anstrengend” ist, obwohl wir keinen Zweifel an seiner demokratischen Grundgesinnung haben, wie unterscheiden wir uns dann von den anderen medienorientierten Parteien? Wie schwammig darf die Definition des parteischädigenden Verhaltens sein und wie sehr kann ein subjektives Bild in der Öffentlichkeit ein sachliches Kriterium hierfür sein? Wie sieht das dann in ein paar Jahren aus, wenn wir noch etablierter sind? Wird Christopher Lauer wegen öffentlichem Nasebohren im AGH aus der Partei geworfen?

Demokratie ist nicht bequem, sie ist Kampf um den Kompromiss.

Wo bleibt die Toleranz?

 

(1) 29.10.2011 Hier wurde ich zurecht darauf hingewiesen, das es einen Unterschied macht, ob das Gericht etwas “nicht feststellt” (also eigentlich unbetrachtet läst) oder “feststellt, das nicht”, was eine Sacherkenntnis wäre.

Das Urteil hierzu habe ich nicht finden können, nur die Presserklärung. Hier ist also die Rede davon das “nicht festgestellt” wurde, dies also vom Gericht nicht betrachtet wurde.

Bleibt für mich die Frage warum dies dann explizit in der Presseerklärung genannt wurde.

Ich setze trotzdem auf “In dubio pro reo”. Mir wäre allerdings lieber wenn das ganze etwas zivilisierter geregelt würde, da prallt im Moment Alterssturheit auf aufkommende Ignoranz.

 

 

Vor 2 Jahren wurde mir bewusst, dass die Politik der Piraten irgendwann auch ein breiteres Publikum ansprechen würde. Beim sammeln der Unterstützungsunterschriften zur NRW-Landtagswahl hatte ich in meiner doch sehr dörflichen Umgebung viel zu erklären.

“Piraten.. was?” war wohl zu drei Vierteln die erste Reaktion auf meine Frage nach einer Unterschrift, egal ob in der kleinen Fußgängerzone oder an der Haustür. Trotzdem lehnten nach 10-20 minütigem Gespräch nur geschätzte 20% die Unterschrift ab. 80% ließen sich überzeugen, dass die Piraten eine ernstzunehmende, unterstützenswerte Partei sind. Insbesondere das Thema Transparenz sprach die vorwiegend konservativen Bürger durchgehend an. Nachdem die ersten Bedenken an eine anarchistische „Spaßpartei“ wegen des Parteinamens durch Argumente entkräftet waren, gab es eigentlich nur noch positive Reaktionen.

Bei allen Gesprächen bemühte ich mich seriös zu wirken, um so die aus den verteilten Flyern durchscheinende Hemdsärmeligkeit zu kompensieren. Darauf angesprochen, bemühte ich das heute immer noch gern genutzte Argument der „noch jungen Partei“, in der Hoffnung dies bald nicht mehr nötig zu haben.

Mit über 40 sehe ich mich als oPi („older Pirate“) und mag diese Hemdsärmeligkeit trotzdem. Ich dachte aber, dass diese nicht mit „mehr als 5%“ der Wählerschaft kompatibel ist.

Ich glaube da lag ich falsch!

Die bundesweite Resonanz auf die Piraten seit dem Berliner Wahlergebnis zeigt, dass diese „Hemdsärmeligkeit“ als echt und unkonstruiert empfunden wird. Sie ist eher ein Pfund zum wuchern als eine Last die zu (er)tragen ist.
Mehr  Deutsche, als gedacht, scheinen den aktuellen Politikbetrieb durchschaut zu haben. Glanzvolle Auftritte werden nicht mehr mit Professionalität, konstruierte Einstimmigkeit nicht mit Kompetenz verwechselt. Authentische Menschen sind gefragt, und ihre transparent gewordenen Schwächen und Fehler werden als Beleg dafür genommen, das ihre Kompetenz real und nicht konstruiert oder aufgesetzt ist.

Dies scheinen aber einige Piraten noch nicht realisiert zu haben:

  • Marina Weisband  twittert in ihrer Offenheit, das Sie jetzt Stoffe für Ihr nächstes Kleid kaufen geht, und wird umgehend angeranzt, ob sie als Mitglied des Bundesvorstandes und bevorstehendem Parteitag nicht grade Besseres zu tun hätte.
  • Diverse Artikel und Interviews rufen sofort Shitstorms hervor weil die eine oder andere Aussage unpräzise formuliert wäre und die Piratenpartei nun unprofessionell dasteht.

Diese krampfhaften Versuche einen  professionellen Eindruck zu hinterlassen konterkarieren aber die Authentizität der Piratenpartei. Damit meine ich nicht, dass wir bewußt unprofessionell sein sollen oder etwa gar nicht an unserer Professionalisierung arbeiten sollten. Die Piraten könnten aber dem von PR-Beratern sterilisiertem Politiker-Bild des allwissenden, aber unverständlichen Übermenschen wieder zurück in die Realität verhelfen. Das Gegenbild eines engagierten, kompetenten Bürgers mit Schwächen und Stärken dürfte die Wähler wieder menschlich toleranter stimmen und so auch die populistischen Empörungswellen in der Presse dämpfen.

Das Peter Altmaier neuerdings ausgiebig twittert und dabei meistens sinnvolles von sich gibt, hat mich überrascht. Noch mehr hat es mich allerdings überrascht, das er als palamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU Fraktion so viel Zeit dafür hat. Dies lässt entweder auf die Wichtigkeit des neuen Mediums für Ihn schließen oder darauf, dass der politische Alltag im Bundestag nicht so trocken und fleißig ist, wie es bisher den Eindruck machte. Vielleicht sogar Beides.
Er hat verstanden, dass das Medium Twitter neben schneller Kommunikation auch Authentizität vermittelt. Und Authentizität wird, auch dank der Piraten, in Zukunft umso mehr eine harte Währung im politischen Geschäft sein.

Vielleicht wird man deshalb mal sagen:” Peter Altmaier twitterte sich zur Kanzlerschaft”

Derzeit in aller Munde – neben dem Staatstrojaner und Indect.

Die Piratenpartei hat 2 Ex-NPDler als Mitglieder.
(Ich denke es sind sicher mehr aber das wird niemand mehr zugeben)
Nachdem die Hexenjagt ja durch einige Eröffnet wurde und wild “du hast irgendwann mal was falsch gemacht, hier deine kostenlose Lebendfeuerbestattung” schreien,

Dazu kommen Pseudokritische Blogger die sowas natürlich direkt aufschnappen und direkt “Leser” generieren wollen.
Tolle Wurst – diese Blogger sind nicht besser als die BamS, einfach nur “alta isch brauch lesa, weissu also blogge isch krassen scheiss”.

Das viele Blogger sich selber “Zertifizieren” die “Wahrheit” gepachtet zu haben und natürlich Unfehlbar sind kotzt mich gerade extrem an und beleidigt die Blogger Szene und den gesunden Menschenverstand extrem.

Das es Menschen gibt die sagen: “Hey ich war mal bei der NPD weil in meinem Sozialen Umfeld waren da viele und ich kenne auch viele – aber hey das war einmal und ich bin ausgestiegen und schäme mich dafür” Finde ich extrem Bewundernswert. Dieses ehrliche Eingestehen von Dingen die ja doch eher ungut waren vermisse ich bei ganz ganz ganz vielen Menschen.
Und das nicht nur in der Politik.
Ich vermisse unter anderem genau das auch bei den Piraten.

Zu dem “Unter Anderem” ist ein großer Punkt das :
“Vergeben von Fehlern”
“Den ehrlichen Umgang mit Menschen die Fehler gemacht haben.”

 

Twitter kommt mir derzeit vor wie der ungebildete Pöbel der nach Blut schreit.
Im Gegensatz dazu finden sich auch einige Tweets wie @kasi: “Ich finde es gut, dass die #Piraten den NPD Mitgliedern ne Ausstiegsperspektive eröffnen wollen.”
Respekt und genau so muss das sein.
Es ist nämlich doch Aufgabe der Piraten politische Bildung zu schaffen und dazu gehört auch die “Bekehrung, Entblenden und Aufklären von NPD Mitgliedern und Wählern”

Gruß

KlarerVerstand gerade exterm Angepisst.

Zu erst: Was will ich mit dem Artikel erreichen: … nichts – ich bin kein Schreiberling, Grammatik gerlernt bei Yoda ich hab. Sonderliche Talentiert bin ich auch nicht.
Der Titel fängt nicht umsonst mit dem Wort “Gedanken …” an.
Es ist nur der scharrn im meinem Kopf den ich hier niederschreibe – keine Form, kein Ziel einfach “drauf los Geschrieben”

 

Die große Bibliothek von Alexandria – ein treffender Vergleich für das Internet

Sodom und Gomorra – ebenfalls ein treffender Vergleich für das Internet

Das internet ist ein Spiegel der Gesellschaft, in jeder Facette des Lebens – dennoch ist die größte Stärke des “Zwischennetzes” die Möglichkeit der Kommunikation der Menschen.
Es ist mehr geworden als nur der schnöde Austausch von Information, Julia Schramm  bezeichnet es Treffend als Biotop – und wie jeder “Einwohner” eines Biothops hat auch sie Angst das Aussenstehende es kaputt machen. Ein großer Teil der Menschheitsgeschichte bestand daraus Biotope zu vernichten oder “Zwangs zu  Integrieren”.

Das Internet steht sich jedoch anders dar als es die Indianerstämme es früher taten. Es ist kein “abgeschlossener” und “in sich geschlossener Bereich”.
Die Zerstörung dieses Biotops aus blinder Angst, mangelnder Kenntnis und/oder Kontrollwut würde das Ende einer wirklich freien Gesellschaft bedeuten – wie überall gibt es Schattenseiten auch im Internet, diese jedoch übertragen auf die “Offlinewelt” genauso unter Strafe, Verachtung und Verfolgung stehen – als vergleich könnte man anstellen die “Gesellschaft” abzuschaffen – was allerdings utopisch schwachsinnig wäre.

Niemals in der Geschichte der Menschheit war Wissen und Sozialer Kontakt so einfach zu Erreichen wie heute. Das Internet so zu kontrollieren, wäre so als würde man den Postboten bitten, vor Zustellung eines Briefes diesen doch darauf zu untersuchen ob da nicht doch eine “Wortmarke” in dem Liebesbrief steht dessen Verwendung ggf. “Nutzungsgebühren” verlangt.

Haben wir nicht bereits genug Kulturen vernichtet? – Warum der anhaltende Zwang die sog. Digital Natives ebenfalls “auszurotten” und zu “resozialisieren”. Das Internet ist einer der Sozial Engagiertesten bereiche der Welt – ebenso wie es der dreckigste Ort der Welt ist. Diese übliche Symptombekämpfung fürt zu nichts – Um die Menschen zu ändern fängt man an sich selber zu hinterfragen zu kritisieren …. sich zu reflektieren. Rette die Cheerleaderin – rette die Welt.

Nach dem durchlesen finde ich den Text blöd – veröffentliche ihn aber Trotzdem denn genau so wanderte er mir im Kopf rum….

Gruß

KlarerVerstand – nicht immer so klar, aber bei Verstand…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich finde das Bild der Mauer durchaus treffend, da ich glaube, dass die “Älteren” durchaus wollen aber nicht unbedingt können. Dies betrifft übrigens nicht nur die “Älteren” sondern alle Mitbürger die nicht als “digital Natives” aufgewachsen sind. Internet-Nutzer sind nicht unbedingt Internet-Versteher.
Natürlich gibt es einige Mitbürger die Änderungen prinzipiell ablehnen und sich nicht mit der für sie neuen Materie beschäftigen wollen. Dies ist auch Jedermanns Recht, wir wolllen ja niemanden zwingen ein Online-Leben zu führen.
Für diese Mitbürger bedeutet es aber auch, dass sie an der Diskussion dieses Themenkopmplexes nicht sachlich mitwirken können. Sie verlassen sich also darauf, das es die Politik schon richten wird.
Die etablierten Parteien haben keine Ahnung oder nicht die Fähigkeit das Thema sachlich zu behandeln weil man den Themenbereich wegen des mangelnden Wissens in der Bevölkeung lieber für billigen Populismus nutzt.
Wir Piraten erarbeiten uns gerade das Vertrauen der Mitbürger, sie in diesem Bereich vertreten zu dürfen. Das Konzept von Liquid Democracy ist nicht einfach zu vermitteln. Das System wird für viele eine Black-Box sein, in dem ihre Stimmen “irgendwie” verarbeitet werden. Die Einführung wird einen großen Vertrauensvorschuss erfordern den wir uns erst mal verdienen müssen. Deshalb halte ich die Erhaltung unserer Integrität auch für wichtiger als irgendwelchen programmatischen Aktionismus.

 

PS: Zur Genderthematik ist in den letzten Tagen wohl alles geschrieben worden, Ich erspare mir das Wiederkäuen.

Diese “Mauer” von der heute im Presseclub gesprochen wurde, die es einzureißen gilt, ist eigentlich keine Mauer, sondern eine abspaltung per Selbstausschluss.
Wie so oft in der Vergangenheit sind die “älteren” so alt das sie nicht mehr von den Jungen lernen wollen und ihnen allenfalls mit Ignoranz und Unverständnis begegnen.
Selbst wenn die “Jungen” – ich nenne sie mal Piraten den älteren den Dialog anbieten wird mit einem lächeln und einem Wink signalisiert das man “nicht interessiert” ist, an einem eben solchen.

Welcher Politiker hat je den Dialog mit den Piraten ernsthaft gesucht? Liebe verstaubte realitätsferne Politiker – die Piraten sind gekommen um zu bleiben – lernt damit zu leben!
Die Pressevertreter agieren zu recht “Kritisch” und solange diese Kritik sachlich bleibt – machen sie ihren Job gut, doch guten Journalismus sieht man derzeit viel zu selten.

Zurück zur imaginären Mauer die es zu durchbrechen gilt, die Piraten bekommen das hin wenn sie den der auf der anderen Seite steht ein stück weit abholen – was sie auch machen – und diese sich auch abholen lassen. Das würde bedeuten sich einzugestehen das man den Anschluss an das Leben und die Lebenslust der nächsten Generation verloren hat.
Die Presse zählt “Webdesigner” zu den “Besserverdienenen”.
Ein alleinstehender Webdesigner verdient etwa 1600€ Netto ggf. etwas mehr, was tatsächlich mehr ist als die standard Kassenkraft aus einem Baumarkt, diese Aussage zeigt schon das die Presse ebenfalls den Anschluss an das Volk verloren hat und demnach nicht mehr ihren Auftrag erfüllen kann.

 

Wir wir sehen wird es ein gehöriges Stück Arbeit diese Mauer einzureißen… und der erste schritt ist aus dem “vs.” in dem Titel dieses Artikels ein “mit” zu machen.

 

Gruß

KlarerVerstand
ps:

Geschichtlich gesehen waren die Piraten eigentlich die ersten echten Demokraten. http://de.wikipedia.org/wiki/Piraterie

pps: dies sind meine ungefilterten Gedanken – eine spätere Korrektur in einem neuen Artikel ist nicht ausgeschlossen :)